Die Saison 2012 hat begonnen. Meine Probleme mit der Entzündung am Sehnenansatz unter dem Knie haben sich stark verbessert und ich kann das Training fast ohne Einschränkungen durchziehen. So macht es natürlich wieder viel mehr Spass. Dazu kommt, dass ich seit einer Woche wieder als OL-Profi trainieren, mich konzentrieren und regenerieren kann. Ideale Bedingungen für eine spannende und wichtige Saison 2012.
Etwas frustrierend waren die ersten schnellen Trainings mit dem Nationalkader Mitte Februar schon. Ich konnte gerade erst wieder mit meinem Lauftraining beginnen und musste mich für einmal hinten anstellen. Ungewöhnlich auch deshalb, weil ich in anderen Jahren schon im Frühling jeweils eine gute Form aufweisen konnte. Hier half mir sicher die Erfahrung der zahlreichen Jahre als Spitzensportler. Ich fühlte mich nie gestresst oder übermässig verunsichert. Die weiteren Schritte sollten dann auch ziemlich schnell kommen.



Bereits an den Cross-Schweizermeisterschaften lief es ziemlich gut. Verglichen mit anderen Jahren war das Resultat zwar nicht ganz so stark. Aber wenn man die zusätzlichen Athleten und meine Vorbereitungen berücksichtigt, lagen Welten zwischen den Leistungen in Portugal und diesem Laufwettkampf. Das gab Motivation und Auftrieb für das tägliche Training.


Auf Ende März kam dann auch der Wechsel zum Profi-Sportler. Bei der Arbeit als Ingenieur kann ich wie schon im letzten Jahr pausieren und mich voll auf die Wettkampfsaison vorbereiten. Nun bleibt mir neben dem physischen Training noch genügend Zeit, um ins Mental- und Techniktraining zu investieren. Auch die Erholung zwischen den Trainings wird nochmals besser.


Noch 95 Tage sind es bis zum Start der WM in Lausanne. Technisch profitieren wir als Schweizer vom Heimvorteil. Das Gelände ist bekannt und die Vorbereitungen laufen schon im Detail-Bereich. Physisch sind diese gut drei Monate noch eine lange Zeit, in der ich mich schrittweise verbessern möchte. Um in der Langdistanz vorne dabei sein zu können, werden schnelle Beine sicher ein grosser Vorteil sein.

Ein weiterer positiver Aspekt der Heim-WM sind die internationalen Startfelder an den Wettkämpfen in der Schweiz. Am ersten Nationalen in Lotzwil konnte sich die Startliste mehr als sehen lassen. Mit meiner eigenen Leistung bin ich zufrieden. Fehler hatte ich keine zu beklagen – lediglich bei den Routenwahlen sind noch einige Sekunden zu optimieren. Der Aufwärtstrend ist auf jeden Fall spürbar…


 
Schon am Wochenende stehen weitere Nationale OL Wettkämpfe an. Danach werden wir mit dem Nationalkader für ein paar Tage im Jura trainieren. In der letzten Woche im April folgen dann bereits die ersten Testläufe für die Europameisterschaften in Schweden.