2-facher Vizeweltmeister über die Sprint- und Langdistanz! Jeweils ein Sieg in den beiden Qualifikationsläufen. Manchmal fehlt nicht viel zur perfekten Wettkampf-Woche. Aber wenn die WM mit einem vierten Rang in der Staffel endet, dann bleibt eben auch ein schaler Nachgeschmack.

Einige Impressionen zu den Weltmeisterschaften 2012 (Bilder: www.photopress.ch)

 

 

Der Auftakt hätte nicht besser sein können.

 

Wie auch die äusseren Erwartungen, waren unsere Ziele im Sprint-Rennen sehr hoch. Trotzdem gelang es mir besser als zuvor, diese Gedanken beiseite zu legen und mich voll auf die anstehenden Entscheidungen zu fokussieren. Es war ein berauschendes Gefühl im Zieleinlauf und die zahlreichen Fans so laut, dass wir gar nicht anders konnten… Ein Dreifach-Sieg!

Da ich mich in der Sprint-Distanz lediglich als einer unter vielen Favoriten sah, war die Freude über Silber sehr gross. Auch wenn ich damit im Kanton Aargau lediglich im Mittelfeld stehe.

 

 

 

Nichts war geschenkt in der Langdistanz.

 

Mein Fokus lag schon die ganze Saison bei diesem Rennen. Mit einer Silbermedaille an den Europameisterschaften und einem Sieg im Testlauf spedierte ich mich selbst in eine Favoriten-Rolle. Ich war zwar etwas nervös im Vorfeld, freute mich gleichzeitig auch sehr auf diesen Wettkampf. Doch leider war das Gefühl unterwegs nicht nur zum Geniessen. Ich beging schon auf dem Weg zum ersten Posten einen kleinen Fehler und musste mich anschliessend in den Wettkampf kämpfen. Es war ein sehr solides, hartes Rennen und ein Kampf bis zum Schluss. Noch nie zuvor war ich im Ziel so müde. Ich hätte sogar fast meine Überzeugung über den Haufen geworfen. „Wer nach der Ziellinie zu Boden geht, macht nur Show.“ Zum Glück wurde ich nur sehr bleich, konnte mich aber auf den Beinen halten…

 

 

Der Traum bleibt weiterhin unerreicht.

 

Bereits zum 9. Mal stand ich mit der Schweizer Herren-Staffel am Start. Und noch nie konnten wir durchwegs überzeugen. Obwohl unser Team wohl eine höhere Dichte aufweist als je zuvor, war die Aufgabe nicht einfacher. Drei Teams kamen ganz ohne Fehler und einer sehr guten physischen Leistung durch. Ich verlor den Kontakt zu den Medaillen-Positionen gleich an der ersten Gabelung. Danach vergab ich wegen eines Fehlers zu Posten 7 (ich korrigierte auf der Route falsch und musste einen längeren Abschnitt durchs Dickicht laufen) meine Chance, die führenden drei Teams eventuell einzuholen. In einer Gabelung kam ich nochmals einige Sekunden näher – das reichte aber nicht.

 

 

Im Moment fühle ich mich müde und freue mich auf eine Woche Ferien. Die Gedanken werden wohl noch etwas bei den Erlebnissen von letzter Woche kreisen. Es gibt so viele schöne und wenige bittere Eindrücke zu verarbeiten. In den nächsten Wochen werde ich zu jedem Final noch einen ausführlicheren Bericht verfassen. Vielen Dank für die Unterstützung, das Fanen und Mitfiebern – und gute Erholung!